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Fragen stellen ist schon suspekt
 
Unter dem Titel „Der Wurm in der Bildung“ trafen sich auf Einladung der Reininghaus-Gesellschaft 28 Persönlichkeiten, um sich auszutauschen, was Bildung für Reininghaus in Zukunft bedeuten könnte.

Für die einleitenden Inspirationen dieses von Peter Rabl und Michael Sammer moderierten Salons sorgten die beiden Podiumsgäste Peter Heintel und Erwin Wurm.

Der Philosoph Peter Heintel fordert neue Zeitstrukturen in der Bildung als einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Bildungsangebotes. Schulen in ihrer herkömmlichen Form seien geradezu „Zeitverschleuderungsmaschinen“: „Wenn die nächste Unterrichtsstunde beginnt, muss man vergessen, was man in der Stunde davor gelernt hat, um sich auf den soeben dargebotenen Stoff konzentrieren zu können.“
Außerdem müssten Schüler, Studenten aber auch Erwachsene mehr als bisher in die Lage versetzt werden, das gelernte Wissen auf ihr eigenes Leben zu beziehen und es auch in Handlungen umzusetzen. In dieser Frage bräuchte es so etwas wie eine „zweite Aufklärung“.

Der Künstler Erwin Wurm, selbst ausgebildeter Lehrer für bildnerische Erziehung, gab zu bedenken, dass der Begriff Bildung heute völlig falsch besetzt sei und vor allem negative Assoziationen wecke. „Wenn ich vor jungen Menschen von Bildung spreche, dann laufen alle davon." Für Erwin Wurm liegt das vor allem an strukturellen Schwächen im Schulsystem: „Was nützt der fähigste und am besten motivierte Lehrer, wenn er später an den festgefahrenen Strukturen zerbricht?“ Kritikfähigkeit werde nicht zugelassen.
Wurm: „Fragen stellen ist schon suspekt.“



Erwin Wurm und Peter Heintel (v.l.)

Über die wünschenswerten Ziele von Bildung wurde im Anschluss ebenso leidenschaftlich wie kontroversiell diskutiert.

Für Interessierte:
Hier die Fortsetzung


 
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