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Das Projekt
Was eine Gesellschaft wirklich beschäftigt, erkennt man am markantesten Gebäude einer Stadt. Früher zeigten Paläste und Kathedralen die Machtzentren, Universitäten geballtes Wissen und prächtige Plätze die Handelsmetropolen an. Heute überstrahlen Funktürme die Medienstädte, Bankentower beleuchten Finanzplätze und Verwaltungstürme bürokratisieren beamtete Städte. Unsere Gesellschaft wurde so reicher an Stockwerken. Und damit an materiellen Werten. Kein Zweifel. Aber vielleicht auch ärmer an spirituellen und immateriellen Werten.
Graz nun hat einen Uhrturm als markantestes Gebäude. Ein Zeichen dass hier die Uhren anders gehen? Dass man die Beweggründe der Zeit eher erkennt als anderswo? Jedenfalls eine Chance, hier einen Anfang zu machen und ein Zeichen zu setzen.
Aus dem Prozess des Nach- und Vor-Denkens – aus der Konzeption des Wünschenswerten – heraus werden wir sukzessive den Kern der gewünschten Qualitäten herauslösen. Diese Schritt für Schritt zueinander und zum Ort selbst in Beziehung setzen, und somit einen Raum an Möglichkeiten für Reininghaus definieren, der zum einen genau jenes Maß an Sicherheit und Orientierung gibt, das wir heute im Zeitalter postmoderner Beliebigkeit oft vermissen, und uns zum anderen gleichzeitig jenen Raum an gestalterischen Freiheiten im Hinblick auf unser Leben ermöglicht, auf den wir nicht mehr verzichten wollen.
Kurz: Wir definieren einen Rahmen für die Bilder im Kopf, die sich Menschen und Unternehmen hinsichtlich der Frage ausmalen, wie sie leben, arbeiten und lernen wollen, und die sich in die Wirklichkeit von Reininghaus umsetzen lassen. Wir sorgen für einen so starken materiellen und immateriellen Kern, um dem Ganzen jene starke Identität zu verleihen, die es braucht um sich als Individuum emotional auch als Teil des Ganzen fühlen zu können.
Wir tragen Sorge dafür, dass all jene, die für Linien, Dichten und Bauhöhen zuständig sind, und ohne die ein Stadtteil letztendlich doch nicht auskommt, Richtung und Orientierung haben.
Auch wenn wir noch nicht wissen, was genau dort am Ende sein wird, wissen wir schon jetzt, was wir nicht haben wollen. Nämlich jene Unachtsamkeit, Ungenauigkeit und Oberflächlichkeit, die für all die Enttäuschungen an all den Orten unseres Lebens sorgen, an denen wir zwar oft sind, aber nicht sein wollen.
Letztendlich ist es ganz einfach. Wenn Menschen in etlichen Jahren dort leben und arbeiten wollen, wissen auch wir, dass wir auf der Suche nach Qualität den richtigen Weg gegangen sind. |
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